Wie ich einen Kreislauf der Bitterkeit zerbrach

Schlimme Dinge passieren und sie können weh tun — vor allem, wenn sie absichtlich getan werden. Was wäre, wenn in jedem Unrecht, das dir angetan wird, Gott eine Chance sieht? Was wäre, wenn sich dadurch eine Schicksals-Tür öffnet, damit Gott dich als Agent der Veränderung für sein Reich gebrauchen kann?

Ich glaube, ich fange an, dieses Konzept zu verstehen. Es brauchte, die folgende Situation, um es mir klar zu machen …

Vor kurzem hat jemand auf der Straße etwas gemacht, worüber ich mich richtig aufgeregt habe. (Leider kämpfe ich immer noch damit, beim Fahren einen kühlen Kopf zu bewahren … Hmm, ich arbeite daran.)

Ich weiß nicht genau, wie hoch meine Geschwindigkeit war. Aber ich vermutete, dass ich dafür, dass ich das Richtige getan hatte, teuer bezahlen würde. Die andere Person (die Person, die den Fehler gemacht hatte) realisierte, was geschehen war und lachte mich aus, währen ich meine Geschwindigkeit korrigierte.

Ich war wütend! Manchmal bringen mich Menschen einfach auf die Palme. So kam es mir zumindest vor. Als ich weiterfuhr, wuchs das kranke Gefühl von Wut und Frustration in meinem Bauch. Ich dachte an das Geld, das ich ausgeben musste, um die Geldbuße zu bezahlen und das selbstgefällige Gesicht, das mich durch das Autofenster auslachte.

Meine Gedanken vertieften sich immer mehr in der Bitterkeit, aber sie wurden von einem anderen Gedanken durchkreuzt. Mir viel ein, dass etwas Größeres auf dem Spiel stand.

Plötzlich war der Schmerz der Geldbuße nicht mehr so wichtig. Dem Verhalten der Person nach zu urteilen, kannte sie Jesus nicht. Ich wusste plötzlich, dass ich eine Wahl hatte: Ich kann zulassen, dass die Gedanken an die Geldstrafe, mich für Wochen quälen — oder ich kann sie ins Gelegenheit umwandeln und verzeihen.

Zuerst musste ich loslassen und dem Mann verzeihen. Dann musste ich beten. Nicht wegen der Geldstrafe, aber für diese Person. Wie viel war Gott die Ewigkeit eines Menschen wert? Ich gehe davon aus, eine ganze Menge mehr als eine alberne Geldstrafe.

So fing ich an zu beten, dass dieser Mann Jesus auf wunderbare Art finden würde. Dass sein ganzes Leben von einer Verbindung mit Gott reichlich gesegnet wird und auch, dass seine Familie wegen seines Zeugnisses gesegnet wird. Ich kannte seinen Namen nicht, also nannte ich ihn Bill. Jedes Mal, wenn die Angst kam, dass die Geldstrafe in der Post landete oder die Frustration der Ungerechtigkeit sich in meinem Kopf drängte, war es an der Zeit für Bill zu beten.

Ich betete für seine Kinder (vorausgesetzt, er hätte jetzt oder später welche) und ich dankte Gott, dass Bill, als Vater und Freund von Gott, 100-fache Frucht bringen wird. Jedes Mal, wenn die negativen Gedanken kamen, drehte ich sie um und betete dafür, dass das Königreich sich ausbreiten würde. Ich kann gar nicht beschreiben, wie befreiend sich das anfühlte.

Ich habe festgestellt, dass es der ultimative Weg zur Bekämpfung der Ungerechtigkeit ist, für deine Feinde und diejenigen, die dich verletzt und missbraucht haben, zu beten.

Ich lerne, dass das Gebet für andere, mir hilft, meine Wut zu überwinden, so dass ich schneller vergeben kann und wieder Freude habe. Es ist wie bei Neo, aus dem Film „Matrix“, wo er die Kugeln, die seine Feinde auf ihn schießen, einfach aus dem Weg räumt.

Jedes Mal, wenn wir vergeben und für diejenigen beten, die uns Unrecht getan haben, nehmen wir dem Bösen, die Angriffsfläche weg.

Ich dachte, es wäre schwer, aber es ist tatsächlich sehr erfrischend. Ich habe viele Situation, ganz falsch beurteilt. Ich habe oft die Gelegenheit verpasst.

Vermutlich werde ich diesen Mann in meinem Leben nie mehr treffen. Aber eines Tages werde ich die Frucht dieses Gebets sehen und voll und ganz erkennen, warum Jesus so unnachgiebig war, damit wir diese krasse Idee aus Matthäus 5,43–48 hören und praktizieren:

“Ihr wisst, dass es heißt: Liebe deinen Mitmenschen; hasse deinen Feind. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch verfolgen. So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne scheinen auf böse Menschen wie auf gute, und er lässt es regnen auf alle, ob sie ihn ehren oder verachten. Wie könnt ihr von Gott eine Belohnung erwarten, wenn ihr nur die liebt, die euch ebenfalls lieben? Das tun auch die Betrüger! Was ist denn schon Besonderes daran, wenn ihr nur zu euresgleichen freundlich seid? Das tun auch die, die Gott nicht kennen! Nein, wie die Liebe eures Vaters im Himmel, so soll auch eure Liebe sein: vollkommen und ungeteilt.”